Birgit Höppl

"Seine Setzungen sind entschieden. Oft sind sie benennbar: mal ein Vorhang, der sich im Wind bewegt, mal eine Landschaft, hin und wieder Pflanzliches, mal vermute ich verstreut liegende Baumstämme, mal aufstrebende Bambusrohre. Mehr als Inhalte interessieren Loemke freilich die Mittel, deren er sich bedient. Die Farben Schwarz und Weiß, Form und Fläche. Starke Kontraste faszinieren ihn: hier Licht, da Schatten; hier Form, da Leere; einerseits dynamisch gesetze Struktur - andererseits blanke, scheinbar und manchmal auch de facto unbearbeitete Fläche. Loemke arbeitet schnell, [...] er ist keiner, der sich einen Strich wochenlang überlegt, er ist agil, probiert, verwirft, produziert, mal pastos, lasierend, deckend, plastisch oder flach, er freut sich an der Vielfalt der malerischen Ausdrucksmittel.
Seine Neugier und sein Tempo stecken in den energiegeladenen zylindrischen Senkrechten, sein Wagemut im durchscheinenden Gitter - hält es oder hält es nicht, das weist sich in dem geübten Blick hinterher, das Machen selbst bleibt impulsiv, spielerisch und manchmal gleichzeitig brachial."

Zitiert aus: Höppl, Birgit (2011). "Alles auf Rot". In: Bütikofer, Barbara und Loemke, Tobias. ALLES AUF ROT. Frankfurt am Main / Nürnberg, S. 35f