Klaus Speidel

"mag er damit Recht haben, dass es nicht darum geht, was abgebildet ist, so ist doch wichtig, was geschieht. In Titeln wie 'Sprung' oder 'Abend' klingt das an. 'Bildergeschichten ohne Anfang und Ende', sagt Tobias Loemke und scheint dabei Wittgensteins Satz 'Die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen, nicht der Dinge' malerisch umzusetzen. Aber die Tatsachen sind im Bild still, in ihrem Moment gefangen, auch wenn sie atmen. [...] 
Das gezielte Beleuchten bestimmter Aspekte der Wirklichkeit oder der Zoom auf bestimmte Ausschnitte ist genuin fotografisch. Und Tobias Loemke stimmt zu: 'Meine Bilder haben viel mit Fotografie zu tun.' Doch in manchem hat der Maler größere Freiheit als der Fotograf. Er kann auch dadurch ins Zentrum rücken, dass er die Umgebung seines Bildgegenstandes entleert. Das ist gewissermaßen komplementär zum Zoom, der das Objekt von seiner Umgebung isoliert, um es zu fokussieren."

Zitiert aus: Speidel, Klaus (2005). "Tobias Loemke - Leben im Gewöhnlichen". In: Loemke, Tobias. Förderpreisträger der Rupert-Gabler-Stiftung Obergünzburg. Altötting, o. S.