Notburga Karl

"Die Bilder von Tobias Loemke suggerieren eine Geschichte. Sie ist nicht literarisch zu verstehen, eher in Form eines Raunens und Flüsterns um ein Geheimnis, das in den gemalten singulären Gegenständen sowie in der sie umfangenden Stimmung des weiten Hintergrunds lauert. Mal blitzt etwas aus dem geahnten Lodern auf, mal verstummt es in Traurigkeit. Der Betrachter fühlt sich je nachdem ausgesetzt inmitten einer unbekannten Größe oder als stiller Teilhaber bzw. Mitwisser. Ein vereinzeltes Wesen in Form eines Pilzes, Rührbesens, Baumes o. Ä. wird unmittelbar in Bezug zum Hintergrund gesetzt, der Vordergrund wird übersprungen. Der Horizont rutscht oft weg und erzeugt die Beschleunigung, den Taumel, der die herausgestellten Gegenstände selbst in Rotation versetzt und entgegen der Schwerkraft schwirrend abheben lässt."

Zitiert aus: Karl, Notburga (2003). "Glutspritze. Zu den Arbeiten von Tobias Loemke". München, o.S.